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Beginn einer neuen Aera?
Die kleinen Prototypen, SRP 675 sind nur noch dieses Jahr zugelassen. Am Start waren fünf: drei Nissan Lola, ein Picchio BMW und ein Nissan Lucchini.
Neu wurden die American GT Fahrzeuge in die GTS Klasse aufgenommen. Damit sind unsere Chancen für einen Klassensieg kleiner geworden, denn die GTS Fahrzeuge wie der Saleen S7R, die vier Mosler MT900R und die Porsche GT1, GT2 und 996 sind natürlich einem Rohrrahmenauto mit starrer Hinterachse fahrwerksmässig überlegen. Bei den Rohrrahmenautos sind fünf Corvettes und ein Mustang am Start, insgesamt 14 GTS Fahrzeuge.
Die GT Klasse ist wie bisher, eine Porsche GT3 RS Klasse mit vier Ferrari 360GT, einem BMW M3 und einem Marcos Mantis dazwischen; 20 Fahrzeuge.
Durch die genialen Neuerungen und Anpassungen waren nur 45 Fahrzeuge angemeldet. In den Vorjahren waren dies immer zwischen 80 und 100, also ein deutlicher Aderlass.
In "unserer" Klasse, GTS sind folgende Teilnehmer.
Zuerst die "unibody" Chassis Fahrzeuge: der Saleen S7R #7 von Konrad Motorsport www.konradmotorsport.com mit Franz Konrad, J.F. Yvon, Airton Dare und Toni Seiler www.seilercar.ch . Der Saleen wiegt 1200kg und wird von einem Ford-V8-Motor (6000cm3, Leistung ca. 600 PS) angetrieben. Die Porsches werden vertreten durch einen alten Porsche GT1 #6 von Gunnar Racing mit Gunnar Jeanette, Duncan Dayton, Peter Kitchak und Ron Zitza, einem alten Porsche GT2 #51 von Proton Competition mit Gerold und Christian Ried, Manfred Juraz und Mauro Casadei, einem neueren Porsche 996 #77 von RWS Motorsport mit Nikolay Formenko, Alexey Vasiliev und Walter Lechner. Dazu kommen noch vier Mosler MT900R (Details unter www.moslerauto.com ) #18 von Boston Motorsports Group mit Ken Stiver, Scott Dewaere, Deon Bell und Jeff Kline, #24 von Perspective Racing mit Andy Wallace, Michel Neugarten und Jerome Policand, #30 und #31 von Rollcentre Racing mit Martin Short, John Burton, Tom Herridge und David Shep in #30, Bob Barff, Andy Britnell und Richard Stanton.
Die "Rohrahmenautos" (ex IMSA oder TransAm): die schöne
und schnelle Corvette #40 von Derhaag Motorsports mit Simon Gregg, Kenny Wilden,
Justin und Derek Bell, eine ebenso perfekt vorbereitete Corvette #46 von Morgan
Dollar Motorsports mit Charles und Rob Morgan, Lance Norick und Jim Pace, der
Mustang #48 von Heritage Motorsports mit David Machavern, Tommy Riggins, Kevin
Lepage und Scott Lagasse, die beiden Corvettes #05 und #09 von Flis Motorsports
mit John Metcalf, Rick Carelli, Dany Liniger und Craig Conway in #05 und Paul
Menard, Doug Goad, Paul Mears jr und James Briody in #09.
Und natürlich die schwarz/weisse Corvette mit Startnummer 19 der Xtreme Racing
Group und ACP Motorsports mit folgenden Fahrern:
Anthony Puleo von St. Augustine, Florida (15 Daytona Teilnahmen)
Kerry Hitt von Camp Hill, Pennsylvania (2002 AGT GrandAm Champion)
Mark "Squeak" Kennedy von Daytona Beach, Florida (10 Daytona Teilnahmen)
Robert Dubler von Waltenschwil, Schweiz ( Daytona Teilnahmen 2001 + 2002)
Crew Chief: Kevin Petersen
Crew Manager: Gwen Petersen
Die Corvette ist auf einem 2002 Chassis von Tommy Riggins aufgebaut. Das Auto wurde von Anthony Puleo vorbereitet und den neuen GTS Bestimmungen angepasst.
Daten der Corvette: Gewicht mindestens 1224kg. Minimale Höhe 112cm und mindestens 55mm Bodenfreiheit. Der 6.3 Liter Chevrolet Motor leistet mit einem Holley 4150, 600cfm (Venturi Durchmesser max. 40mm) Vergaser ungefähr 650 PS und entwickelt unheimlich viel Drehmoment. Diese Kraft wird über eine 3-Scheiben 7 1/4" AP-Kupplung, dann einem TexRacing 101 4-Gang Getriebe auf die Ford 9" Detroit Locker Hinterachse übertragen. 18" Felgen, maximal 16" breit. Die Bremsen sind von AP, 14" Bremsscheiben mit 6 Kolben Bremszangen vorn. Der hintere Stabilisator und die Bremskraftverteilung sind vom Fahrer regulierbar. Es sind keine elektronische Fahrhilfe, wie ABS oder ASR, erlaubt.
Rennbericht
Die Trainings verliefen problemlos. Als ich zum ersten Mal im Nachttraining fuhr, fand ich ein gut vorbereitetes Fahrzeug, das sehr angenehm zu fahren war. Im Qualifying fuhr Anthony Puleo mit 1.54.121, eine hervorragende Zeit (11. Startplatz). Da jedoch die Daytona Prototypen die ersten sechs Startplätze, ungeachtet ihrer Qualizeit, belegten, standen wir auf dem ausgezeichneten 14. Startplatz, direkt hinter dem Konrad Saleen und neben der Morgan Dollar Corvette.
Nach zwei Einführungsrunden erfolgte der Start um 13 Uhr. Anthony Puleo brachte die Corvette nach einer guten halben Stunden auf den ausgezeichneten 6. Platz. Um 13.51 blieb er auf der hinteren Geraden stehen, die Benzinkalkulation war falsch.
14:05 wird er an die Boxen gestossen und ich kann das aufgetankte Fahrzeug übernehmen. Zuerst fahre ich zwei Runden hinter dem Pacecar, danach wieder grün. Der Innenspiegel dreht sich immer nach unten, ohne Sicht nach hinten gehts wirklich nicht und ich muss an Box um den Spiegel wieder festklemmen zu lassen. Ca. 15 Uhr spüre ich auf der Höhe der Boxeneinfahrt eine kleine Vibration, die sich blitzschnell verstärkt (eine grosse Blase auf der Lauffläche des Reifens). Es ist zu spät um an die Boxen zu gelangen. Ich kann jedoch die Runde noch ohne weiteren Schaden langsam beenden. Wieder aufgetankt, Räder gewechselt übernimmt Kerry Hitt das Steuer. Er und Mark haben problemlose Stints. Auch die folgenden Doppelstints verlaufen für alle vier Fahrer ohne Schwierigkeiten. Wir sind wieder unter den ersten 20.
Kurz nach Mitternacht "verliert" Anthony den dritten Gang. Kein Problem für unsere ausgezeichnete Crew, nach 90 Minuten ist das neue Getriebe eingebaut. Doch nach dem Getriebewechsel tauchen sporadisch Temperaturschwankungen im Motor auf. Mit Dichtmittel im Kühlerwasser will man das Problem lösen, die Crew vermutet einen Riss im Zylinderkopf. Kurz nach 6 Uhr ist die Reihe an mir. Das Dichtmittel scheint zu wirken. Nach 50 Minuten komme ich planmässig zum tanken und Wasser nachfüllen an die Box.
Doch um 7:34 steigt die Temperatur plötzlich schnell an, ich komme sofort an Box. Wir haben bis jetzt 378 Runden zurückgelegt. Die Corvette wird nach hinten in die Garage gefahren um nochmals alles zu kontrollieren. Kerry fährt um 10 Uhr noch einige Runden, aber nach 391 Runden will man den Motor nicht zerstören.
Das wars fürs 41. Rolex24.
Wir sind im Gesamtklassement 26. und 7. in der GTS-Klasse.
Die endgültige Rangliste ist unter abrufbar:
www.grandamerican.com/race_results/view_final70.html